Coverscan des Buchs Neuerscheinung in BSI-Schriftenreihe Internationale Aktivitäten zum Schutz kritischer Infrastrukturen

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erschienen in: <kes> 2004#2, Seite 077

Rubrik: BSI Forum

Schlagwort: kurz notiert

Der Schutz kritischer Infrastrukturen rückt zunehmend in den Fokus sicherheitspolitischen Interesses. Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Konzepte, sich diesem neuen Problemfeld zu nähern. Im Auftrag des BSI entstand eine internationale Untersuchung, die Maßnahmen zum Schutz kritischer Infrastrukturen vergleicht. Die Ergebnisse dieser Studie sind jetzt in der BSI-Schriftenreihe erschienen.

Die meisten werden die Bilder des 11. September 2001 noch vor Augen haben. Die Terroranschläge in New York und Washington machten deutlich, wie durch "asymmetrische Kriegsführung" die Weltmacht USA angegriffen werden konnte. Der Angriff auf das World Trade Center war dabei nicht nur ein symbolischer Akt, sondern auch ein Angriff auf eine bedeutende Infrastruktur. Die Folgen waren weltweit umgehend zu spüren.

Eine der Antworten der USA auf die Attentate war die Gründung des Department of Homeland Security, die Bündelung einer Vielzahl von Aktivitäten zum Schutz des amerikanischen Festlands in einer Institution – und vielleicht auch der Höhepunkt von Maßnahmen der USA zum Schutz kritischer Infrastrukturen.

Aber wie definiert man überhaupt kritische Infrastrukturen? Wie wurde der Infrastrukturschutz bisher koordiniert? Welche Institutionen gibt es? Wie sind die Kompetenzen im öffentlichen Sektor verteilt? Existieren Redundanzen? Gibt es eine Kooperation mit dem privaten Sektor, und wenn ja, wie sieht sie aus? Gibt es eine Zusammenarbeit mit dem Ausland? Wie leicht sind Informationen zu bekommen?

Dies sind nur einige Fragen, denen die Autoren versuchen auf den Grund zu gehen. Am Beispiel von 18 Ländern und drei internationalen beziehungsweise supranationalen Organisationen stellen Jörn Brömmelhörster, Sandra Fabry und Nico Wirtz den gegenwärtigen Stand der Aktivitäten zum Schutz kritischer Infrastrukturen dar. Dabei werden die USA, Großbritannien, die Niederlande, Schweiz, Kanada, Schweden und Australien besonders eingehend untersucht. Grundlage für die Studie waren ausschließlich öffentlich zugängliche Quellen; die Untersuchung dauerte von Mai bis August 2002.

Von Umfang und Untersuchungsansatz her ist "Internationale Aktivitäten zum Schutz kritischer Infrastrukturen" bislang einzigartig. Es geht den Autoren weniger um einen detaillierten Ergebnisbericht, sondern um die Beleuchtung des Schutzes kritischer Infrastrukturen aus programmatischer, planerischer und konzeptioneller Sicht. Einen Schwerpunkt bildet dabei klar die Frage nach vorhandenen Strategien zum Schutz kritischer Infrastrukturen. Technische und umsetzungsorientierte Aspekte werden weniger berücksichtigt.

Die Studie bietet jedoch nicht nur einen umfassenden Überblick über die Aktivitäten zum Schutz kritischer Infrastrukturen, sondern es gelingt den Autoren zudem auch, gemeinsame Grundlinien herauszuarbeiten, unterschiedliche Konzepte darzustellen (z. B. "all hazards" vs. CIIP) sowie länderspezifisch Defizite aufzuzeigen.

Entstanden ist eine fundierte Untersuchung, die auf über 370 Seiten einen gut strukturierten Einblick in die Thematik bietet. Sie richtet sich gleichermaßen an Behörden, Politiker, Wissenschaftler sowie alle an der Materie Interessierten. Das Ziel der Herausgeber ist es, den Grundstein für einen möglichst weit gefächerten Diskurs zu legen, denn dem Schutz seiner kritischen Infrastrukturen kann sich heute kein Staat mehr verschließen.

Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (Hrsg.), Internationale Aktivitäten zum Schutz Kritischer Infrastrukturen, SecuMedia 2004, ISBN 3-922746-54-3, 378 Seiten, 35 € – erhältlich über den Buchhandel oder [externer Link] http://buchshop.secumedia.de

kurz notiert

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Erster Jahresbericht des BSI

Pünktlich zur diesjährigen CeBit veröffentlicht das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die Erstausgabe seines Jahresberichts. Er enthält die wesentlichen Ergebnisse und Arbeitsschwerpunkte des Berichtszeitraumes 2003 sowie einen historischen Überblick der Gründungsgeschichte. Als PDF-Version steht der Jahresbericht ab Mitte März auf der BSI-Webseite ([externer Link] www.bsi.bund.de) zum kostenlosen Download bereit.