Systeme und ihr Umfeld

Anwenderbericht

Virenabwehr bei der Bank Austria

Von Doris Meier, München

Keine Bank kann es sich nicht leisten, vertrauliche Dokumente durch Viren zerstören, veröffentlichen oder gar unbemerkt verändern zu lassen. Entsprechend sorgfältig muss die Virenabwehr organisiert sein. Die Bank Austria Creditanstalt Leasing hat sich dabei für Sophos entschieden.

Auch die Finanzbranche kann auf die Anbindung des Unternehmensnetzwerks ans Internet heutzutage nicht mehr verzichten: Online-Systeme für Kunden und Partnerunternehmen, E-Mails sowie ganzheitlich vernetzte Computer sind aus der Bankenwelt nicht mehr wegzudenken. Jedes Institut lebt daher bis zu einem gewissen Grad mit dem Risiko, bei einer Virenattacke das Vertrauen der Kunden und den guten Ruf der Gesellschaft aufs Spiel zu setzen.

Gängige Viren können auf vertrauliche Dokumente eines infizierten Rechners zugreifen, sie ins Internet verschicken oder löschen. Noch mehr fürchtet die Finanzbranche den "Data Diddler" (Datenbetrüger), der insgeheim Daten modifiziert, ohne dass dies auffällt und gegebenenfalls rückgängig zu machen wäre, bevor ein Schaden entsteht. Zudem drohen Backdoors und Remote Access Trojaner (RAT), einem Angreifer über das Internet kompletten Fernzugriff auf einen PC zu verschaffen.

Bei der Bank Austria Creditanstalt Leasing kümmern sich CIO Manfred Braith und sein Mitarbeiter Roland Frank um diese Problematik. Die Bank Austria Creditanstalt Leasing GmbH mit Sitz in Wien ist eine 100%ige Tochter der Bank Austria Creditanstalt. Sie beschäftigt neben rund 400 Mitarbeitern in Österreich weitere 500 Mitarbeiter in Zentral- und Osteuropa. Als Marktführer in Österreich zählt der Konzern auch im zentraleuropäischen Raum zu den führenden Leasinganbietern.

Vor diesem Hintergrund ist auch die Anti-Viren-Sicherheitspolitik schon seit Jahren ein wichtiger Faktor. Ein früher eingesetztes System war jedoch dem großen Volumen der Bank Austria Creditanstalt Leasing irgendwann nicht mehr gewachsen, der Virenscanner stürzte ständig ab. Eigene Tests mit anderen Systemen stellten die IT-Leute ebenfalls nicht zufrieden. Die neue Software sollte sparsam in Bezug auf die Ressourcen, aber unbeschränkt bei den Update-Funktionen sein. Der Scanner musste unbedingt unter Novell laufen, nach Möglichkeit aber auch NT- und Linux-Umgebungen schützen, die in der heterogenen Netzwerkstruktur der Bank Austria Creditanstalt Leasing ebenfalls zu finden sind.

Der entscheidende Tipp kam schließlich von der Madras Computer Vertriebsgesellschaft mbH, die die Bank Austria Creditanstalt Leasing beim Aufbau ihrer IT-Struktur berät und unterstützt. Robert Öfferl, geschäftsführender Gesellschafter, riet dem IT-Team zu Sophos, mit dem das Unternehmen auf eine langjährige Partnerschaft zurückblickt. Das Kreditinstitut installierte eine Demoversion und befand den Scanner für schnell, das System nicht belastend, einfach zu bedienen und auch der Preis sagte den Entscheidern zu.

"Der Viren-Scanner hat uns in kürzester Zeit von Sophos überzeugt, da die Lösung vollkommen unproblematisch läuft", erklärt Roland Frank. "Bei der Installation neuer Systeme müssen in der Regel viele Details geklärt werden, wodurch manchmal am Anfang Unsicherheit entsteht. Wenn aber alles so funktioniert, wie es sollte, stellt sich schnell Vertrauen ein. Obwohl zurzeit diverse Anti-Viren-Lösungen auf dem Markt sind, gibt es nur wenige Hersteller, die gleichermaßen auf Produkt- und Service-Leistungen achten und dabei noch auf eine langjährige Erfahrung mit Novell-Servern zurückblicken können."

Seit dem Einsatz von Sophos Anti-Virus vor fast vier Jahren gab es keinen einzigen Virenvorfall im gesamten Unternehmen. Mittlerweile hat die Bank Austria Creditanstalt Leasing von anfänglich 100 User-Lizenzen auf eine Firmenlizenz mit 500 Clients aufgerüstet. Alle drei Stunden wird die Antiviren-Software völlig automatisch aktualisiert. Derzeit steht das jüngste Produkt von Sophos zur Diskussion: der Enterprise Manager, der Viren- und Applikations-Updates automatisch im Unternehmen verteilen kann und manuelle Updates erleichtert. Sein Vorteil ist, dass nicht jeder Computer im Netzwerk über eine externe Website die Updates "live" durchführen muss.

Die große Zahl der User-PCs macht ihr Management fehleranfällig: Solange die Kontrolle nicht einzig bei den Administratoren liegt, können Mitarbeiter weiterhin die Einstellungen beeinflussen und gegebenenfalls die Netzwerksicherheit beeinträchtigen. Die Aufklärung und Einbindung aller Mitarbeiter in den Virenschutz ist zwar wichtig, sollte aber auf einer unabhängigen Ebene erfolgen. Anti-Viren-Software ist nur dann wirksam, wenn sie kontinuierlich auf dem neuesten Stand bleibt. Das sollte durch die IT-Administration gesteuert sein, für diese aber nicht zum Vollzeitjob ausarten.

Unlängst hat das Kreditinstitut seinen Vertrag mit Sophos erneuert – auch wegen der Kosten: "Der Preis ist immer wieder ein Thema, das direkt in die Entscheidungsfindung mit einfließt. Die IT-Abteilung entscheidet sich für die beste technische Lösung, doch der Preis muss vor der Geschäftsführung vertreten werden, die letztendlich die Wahl trifft", untermauert CIO Manfred Braith die Entscheidung.

Doris Meier betreut bei LEWIS Communication die PR-Arbeit für SOPHOS.

© SecuMedia-Verlags-GmbH, D-55205 Ingelheim,
KES 2002/6, Seite 31