Viele Aussteller waren wohl mit einem mulmigen Gefühl nach München gefahren. Tatsächlich kamen heuer mit rund 80 000 Besuchern – wie erwartet – deutlich weniger Besucher zur SYSTEMS (2001: 117 000). Angesichts der allgemeinen wirtschaftlichen Lage und der qualitativ hochwertigen Besucherstruktur zeigten sich jedoch die meisten Aussteller zufrieden bis positiv überrascht. Die Messe München sprach von positiven Signalen für die ITK-Branche, vielfach habe man von einem "ersten Silberstreif am Horizont gesprochen". Auch der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (BITKOM) konstatierte zum Abschluss der SYSTEMS einen Stimmungswandel. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des BITKOM, bestätigte, dass "eine zunehmend optimistische Stimmung zu spüren" gewesen sei.
In Halle B1, die unter dem Motto IT-Security und Storage Solutions stand, war von Besucherschwund ohnehin nichts zu sehen. Bernd Kowalski, Abteilungsleiter im Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), stellte fest: "Nach all den Negativankündigungen im Vorfeld waren wir von der großen Resonanz sehr positiv überrascht." Auch Matthias Vogler, Marketing Manager bei Trend Micro, zog schon am vorletzten SYSTEMS-Tag eine Erfolgsbilanz: "Die letzten drei Tage hatten wir hier CeBIT-Ausmaße."
Lobende Besucherstimmen bestätigten zudem das Konzept der IT-SecurityArea. So meinte Dr. Horst Abel, Herausgeber des Praxishandbuchs Datenschutz: "Die IT-SecurityArea ist für mich unverzichtbar, weil ich hier auf engstem Raum alles finde, was ich suche." Werner Schmölz vom Bayerischen Obersten Rechnungshof unterstrich die Bedeutung der Vortragsprogramme: "Der Bereich IT-Sicherheit auf der SYSTEMS bietet etwas wirklich Attraktives – insbesondere die hochwertigen Informationen auf den Foren." Dass seine Meinung kein Einzelfall ist, belegt die Zählung von 8 885 Zuhörern, die während der Messewoche im IT-Security-Forum und BusinessGate einem der 170 Vorträge folgten.
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Dieses Jahr hatte sich "Live-Hacker" Sebastian
Schreiber neben anwaltlicher Hilfe durch Ulrich Emmert weitere
Verstärkung aus dem SySS-Team mitgebracht; fast schon
überflüssig ist zu erwähnen, dass die morgendlichen
Sessions eine Menge Stehplätze erforderlich machten.
Wie üblich zogen die Live-Hacking-Events von Sebastian
Schreiber (SySS/ICON) und Ullrich Emmert (esb Rechtsanwälte)
bereits am frühen Morgen viele Besucher an. Aber auch
Franz-Josef Lang (F.-J. Lang IT-Security Consulting) sorgte zur
Mittagsstunde mit seinem kurzfristig ins Programm aufgenommenen
Beitrag über Digital Warfare für Sitzplatzknappheit.
Über die Webseite
www.it-security-area.de/handouts/ sind
übrigens sowohl die Vortragsunterlagen als auch
Videoaufzeichnungen der Sessions verfügbar. Wer also in
München einen Beitrag verpasst hat oder gar nicht zur
IT-SecurityArea fahren konnte, erhält im Internet eine zweite
Chance.
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Auch im BusinessGate gab es Platznot, wenn Franz-Josef Lang zur
Mittagsstunde über Digital Warfare referierte.
Die Attraktivität dieses Angebots unterstreicht, dass in den ersten Wochen nach der Messe bereits über 4 300 Videomitschnitte und weit mehr als 20 000 Vortragsfolien abgerufen wurden – von Forum-Besuchern, denen für diese Zeit die Webseiten exklusiv zur Verfügung standen. Neben den Fachvorträgen können natürlich auch die Mitschnitte der Aussteller-Talkrunden (Tipp-Times) sowie des Liberty Alliance Roundtable und der Podiumsdiskussion um das Zugangskontrolldiensteschutzgesetz (ZKDSG) online abgerufen werden.
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Die Aussteller der IT-SecurityArea freuten sich über viele
wertvolle Kontakte zu einem anspruchsvollen Publikum.
Ausführliche Informationen von IT-Sicherheitsanbietern, die auf der SYSTEMS vertreten waren, enthält auch in diesem Jahr der Security Guide des SecuMedia-Verlages, der vor der Messe als Planungshilfe und anschließend als Nachschlagewerk dienen kann. Wer dieses 160-seitige "Who-is-who" der IT-Security nicht bereits als KES-Abonnent frei Haus erhalten oder in München mitgenommen hat, kann den Guide kostenlos gegen Einsendung eines frankierten Rückumschlags (DIN C5 1,53 € Porto) anfordern von: SecuMedia Verlags-GmbH, Stichwort: Security Guide, Postfach 12 34, 55205 Ingelheim.
Cobion hat auf der Messe seine Content-Security-Software der OrangeBox-Serie präsentiert. OrangeBox Mail sucht nach Spam sowie unerwünschtem Text- und Bildmaterial. Dabei nutze das System zur Textklassifizierung von E-Mails und Dateianhängen ein so genanntes Histogrammverfahren, das quasi einen semantischen Fingerabdruck des Nachrichteninhalts liefern soll, statt nur einzelne Schlagwörter oder Wortgruppen auszuwerten. Darüber hinaus soll die Sicherheitslösung über ein spezielles Dokumentendepot verhindern können, dass selbst Ausschnitte vertraulicher Dokumente ein Unternehmen per E-Mail verlassen (z. B. Quellcode oder betriebliche Kennzahlen).
Zum Internet Access Management dient OrangeBox Web. Diese
Filterlösung unterstützt nach Herstellerangaben in vollem
Umfang das Internet Content Adaptation Protocol (ICAP). Zur
inhaltlichen (content-bezogenen) Analyse von Internetseiten
erfasse, analysiere und bewerte Cobion täglich vollautomatisch
Bilder und Texte im WWW. Die OrangeBox Web kombiniere diese
Filterliste mit der neuen WebLearn-Funktion: Damit könnten
Unternehmen alle aufgerufenen, nicht-kategorisierten URLs
automatisiert an das Cobion-Rechenzentrum übermitteln, wo sie
mit höherer Priorität dem maschinellen
Kategorisierungsprozess zugeführt würden. Die Resultate
kommen dann mit dem täglichen Filterlisten-Update der gesamten
Benutzergemeinde zugute. Über die so genannte
PassLock-Funktion können zudem berechtigte Nutzer Webseiten
einer gesperrten Kategorie aufrufen, wenn dies ausdrücklich
gewünscht ist. Die Zugriffszeit wird dabei auf maximal zehn
Minuten beschränkt und alle angefragten URLs werden separat
protokolliert (
www.cobion.de).
Das US-Unternehmen Microdasys liefert mit SCIP ein
"Secured Content Inspection Proxy": Die SCIP-Software
läuft auf derselben Maschine wie die Content-Security-Software
und simuliert SSL-geschützten Web-Sites gegenüber den
Anwender und dem Anwender gegenüber die SSL-Site. Zwischen
diesen In- und Outbound-Proxies liegt der Datenstrom
unverschlüsselt vor und kann so in Echtzeit durch
Anti-Virus-Software, Inhalte-Filter oder andere Mechanismen
geprüft werden. SCIP übernimmt dabei laut Hersteller auch
eine policy-basierte Prüfung der SSL-Zertifikate (
www.microdasys.com).
Borderware hat auf seinem Messestand die MXtreme
Mail-Firewall-Appliance gezeigt. Zwischen Mail-Server und
Internet(-Firewall) geschaltet soll das Gerät gegen Spam,
unerwünschte Inhalte, Viren (Option), und
Mail-"Torpedos" schützen, bei denen fehlerhaft
aufgebaute Nachrichten Systemabstürze herbeiführen oder
Sicherheitssoftware an der Nase herumführen. In kleineren
Installationen kann MXtreme auch als vollwertiger Mail-Server
(POP3/SMTP) arbeiten. Untereinander können die Geräte
(per TLS) verschlüsselt kommunizieren, sodass zwischen
verschiedenen Niederlassungen quasi ein E-Mail-VPN entsteht. Nicht
zuletzt ermöglicht MXtreme einen gesicherten Web-Mail-Zugang,
indem das Gerät als Proxy/Web-Frontend für einen
beliebigen IMAP-Server, Outlook Web Access (OWA) oder iNotes
auftritt. Die Appliance ist in drei Größen
erhältlich (
www.borderware.de /
www.mxtreme.com).
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Live-Hacking bis zum Ende: Noch kurz vor Messeende am
späten Freitagnachmittag sorgten die Vorführungen bei
ICON Systems für verstopfte Gänge.
Integralis hat zur SYSTEMS sein Dienstleistungsportfolio
um einen Sicherheitsservice für Wireless LANs erweitert. Bei
den S3-Services handelt es sich um ein Sicherheitspaket zur
kontinuierlichen Überprüfung von Unternehmensnetzwerken,
auch mithilfe von simulierten Hackerangriffen durch so genannte
Tiger-Teams. Der Check-up umfasst den Black-Box-Penetrationstest
eines oder mehrerer exemplarischer Clients und Access-Points (AP),
wahlweise mit oder ohne Denial-of-Service-Attacke, sowie
standardmäßig Insertion Attack, Abfangen und
unautorisiertes Monitoring des Datenverkehrs, Angriffe auf die
Verschlüsselung, Brute Force-Angriffe auf die Passwörter
sowie diverse Störversuche. Außerdem kann die Reichweite
des Funknetzwerkes für Standard-Clients überprüft
werden (
www.integralis.de).
Die US-amerikanische Funk Software Inc. hat auf der Messe
ihre Authentifizierungs-Lösungen für Wireless LANs
gezeigt. Der RADIUS-Server Odyssey ist speziell für den
WLAN-Einsatz in kleineren Unternehmungen oder autonomen Netzteilen
innerhalb größerer Organisationen konzipiert, in denen
der Netzwerkzugang durch Windows-Anmeldenamen und -passwörter
umgesetzt wird. Dabei unterstützt das System sowohl EAP-[T]TLS
und EAP-MD5 als auch EAP-Cisco Wireless (LEAP). Der passende Client
läuft auf Windows 98/2000/ME und XP (
www.funk.com).
Verschiedene Funktionsräume haben verschiedene
Sicherheitsanforderungen. Daher gibt es die Elemente des
TECHNO-DATA Modulraums von Lampertz jetzt in vier
wählbaren Wertigkeiten. Die höchsten Anforderungen an
Brand- und Zugriffsschutz stellen Datenträger, daher
heißt die höchste Sicherheitsklasse bei Lampertz
Backup-Raum: Feuerschutz nach EN 1047-2 (inkl.
Nachheizperiode) verspricht bestmögliche
Überlebenschancen beispielsweise für Datensicherungs-
oder Archivierungssysteme. Die Kategorie 2 nennt der Anbieter
IT-System-Raum. Sie stelle eine
"Hochverfügbarkeitslösung entsprechend der
gesetzlichen Normen" dar (DIN 4102, F120 mit
erhöhten Belastungsgrenzwerten, DIN V 18103/ET2).
Für weniger schutzwürdige Systeme oder beispielsweise
Elektroversorgung und Klimatisierung hat Lampertz den
Infrastruktur-Raum im Programm (DIN 4102, F90 mit
erhöhten Belastungsgrenzwerten, DIN V 18103/ET1).
Diese drei Modul-Level liefern eine komplette
Raum-im-Raum-Lösung, die jederzeit de- und remontiertbar
bleibe. Für wichtige Büro- und Nebenräume sowie
vorgesehene Erweiterungsflächen gibt es jetzt zudem modulare
Stahlpaneelen als Trennwandsystem zur flexiblen Aufteilung bei
einfacheren Schutzanforderungen (
www.lampertz.de).
Belkin hat im Dealers-Only-Bereich unter anderem seine
neue OmniView Remote IP Konsole vorgestellt. Damit
können Administratoren einen oder mehrere Server, die mit
einem KVM-Switch (Keyboard/Video/Mouse) verbunden sind, über
ein TCP/IP-Netz remote ansprechen. Die Konsole überwache die
Serveraktivitäten, benachrichtige den Administrator, wenn
Störungen auftreten, und ermögliche ihm, auf Server und
BIOS zuzugreifen, die Hardware neu zu starten oder die
Stromversorgung wiederherzustellen. Die OmniView Remote IP Konsole
ist kompatibel mit allen PS/2-basierten Servern und erfordere keine
zusätzliche Software, um verschiedene Betriebssysteme zu
unterstützen. Für die notwendige Sicherheit sorge eine
128-Bit SSL-Verschlüsselung (
www.belkin.de).
Ein Schwerpunkt des Messeauftritts von BMC Software waren
Lösungen zum Management von SAP und Linux. Neu vorgestellt
wurde der Deployment Manager for Linux, ein Tool zur
Konfiguration von Linux-Servern der IBM zSeries. Zudem hat das
Unternehmen unter dem Namen Enterprise Performance Assurance
eine neue Produktlinie zur Überwachung der Leistung von
Servern und Applikationen gestartet. Als Einstiegsprodukt hat BMC
PATROL Perceive präsentiert, das Leistungsdaten via
Internet abfragbar mache und aktuelle Reports erstellen soll. Im
Laufe des Jahres sollen MAINVIEW und PATROL Performance
Assurance für OS/390- beziehungsweise
Client-/Server-Umgebungen folgen (
www.bmc.com/de_DE/).
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Microsoft war zwar nicht auf der IT-SecurityArea vertreten,
hatte aber die Sicherheit zum Thema Nummer Eins seiner
Vortragsreihe erklärt.
Um in den Unmengen von Protokolldaten ungewöhnliche und eventuell sicherheitskritische Vorgänge auszumachen, sammelt und korrelliert die Sicherheitsanalyse-Software von SilentRunner nicht nur, sondern sie visualisiert Ereignisse und ihre Zusammenhänge auch zwei- oder dreidimensional. In den entsprechenden Darstellungen springen in topologischen Ansichten des Netzwerks oder logischen Sichten auf Verbindungsdaten merkwürdige Vorkommnisse sofort ins Auge. Falls ein 3D-Zeigegerät zur Verfügung steht, kann der Auswerter auch räumlich durch die Darstellungen navigieren und mit ihnen interagieren.
Die notwendigen Daten zur Analyse sammelt SilentRunner entweder
über ein eigenes Modul im Ethernet oder per TCPdump-File.
Dabei analysiere die Lösung auch die Anwendungsschicht
gängiger Protokolle und generiert so Objekte (User, Server,
Dienste, Passwörter usw.), die der so genannte
Knowledge-Browser graphisch miteinander in Verbindung setzt. Eine
Korrelationskomponente könne darüber hinaus Protokolle
von beispielsweise Firewalls oder Intrusion Detection Systems mit
den gesammelten Netzwerkdaten vergleichen, um Lücken in den
Sicherheitssystemen nachzuspüren. Neben einer direkten
Auswertungsfunktion von Log-Daten stellt SilentRunner zudem eine
Kontextanalyse-Komponente (N-Gram Analysys) bereit, die
statistische Ähnlichkeiten und Abweichungen in Textdateien
unabhängig von der jeweiligen Syntax oder Sprache erkennen
soll (
www.silentrunner.com).
Gemeinsam mit TC TrustCenter haben MediaSec
Technologies ihre Sicherheitslösung MediaTrust im
BusinessGate in Aktion vorgestellt – natürlich gab es
das Produkt auch am Messestand des Unternehmens zu sehen.
MediaTrust bringt mithilfe der MediaSec-Wasserzeichentechnik oder
als 2D-Barcode eine elektronische Signatur auf das klassische
Medium Papier. So kann man beispielsweise die Authentizität
von Frachtpapieren sichern oder auf einfache Weise Beglaubigungen
erstellen. Zur Signaturprüfung wird das Dokument auf einem
handelsüblichen Scanner digitalisiert. Jegliche Manipulationen
am gedruckten Inhalt oder der elektronischen Signatur lassen sich
dadurch erkennen (
www.mediasec.de).
Trotz aller Vorsorge zur Abwehr von Computerviren kommt es immer wieder zu Infektionswellen. TREND MICRO will daher sein Angebot zur Enterprise-Protection-Strategie erweitern. Diese Virenschutz-Strategie bestehe aus einer flexiblen Zusammenstellung von Anti-Virus-Produkten, zentralisiertem Management, Services und gezieltem Fachwissen der weltweiten TrendLabs. Die gebotene Infrastruktur soll ein aktives Outbreak-Management mit zielgerichteter Gegenwehr in allen Phasen eines Virenausbruchs ermöglichen – bis hin zur abschließenden Analyse und Säuberung.
Die Strategie werde ab sofort stufenweise in den Markt
eingeführt. In der derzeit anlaufenden ersten Phase wolle man
sich auf drei Elemente konzentrieren: Outbreak Prevention Services
(Sofortmaßnahmen bei akuter Virengefahr, z. B.
Quarantäne für bestimmte Dateitypen oder Notabschaltung
gefährdeter Dienste), Schadensbegutachtung und
Säuberungsservice sowie Outbreak Lifecycle Management und
Reporting durch die Verwaltungssoftware Control Manager. Im
Übrigen will TREND MICRO seinen Kunden der Premium Support
Option "Gold" oder höher ein Virus Response
Service Level Agreement anbieten: Falls der Kunde eine
befallene Datei einschickt und nicht innerhalb von zwei Stunden ein
Gegenmittel bereitgestellt wird, erhält er eine gestaffelte
Rückzahlungssumme gutgeschrieben (
www.trendmicro.de).
© SecuMedia-Verlags-GmbH, D-55205 Ingelheim,
KES 2002/6, Seite 16